Land unter in Augsburg - 23. August 2005

Um 10.45 Uhr wurde für den Raum Augsburg Katastrophenalarm ausgelöst. Die unerhörten Regenfälle der vergangenen Tage sorgen vor allem im Landkreis für chaotische Zustände. Ob in Diedorf, Gessertshausen, Fischach, Dinkelscherben, den Stauden und Ottmarshausen heißt's: Land unter. In Hammel wurden sogar Wohngebiete evakuiert.

Hier haben Schmutter und Zusam viele Keller und einige Straßen überflutet. Während sich an der Schmutter die Situation in der Zwischenzeit etwas entspannt hat (Stand 12.45 Uhr), verschärft sich die Situation an Zusam, Wertach und Lech. Die Pegelstände an der Wertach steigen noch immer. Der Scheitelpunkt wird erst am frühen Nachmittag erwartet.


Schmutter


Und die Lage spitzt sich dramatisch zu. So droht die Behelfsbrücke zur Dieselbrücke ebenso einzustürzen, wie die neue Autobahnbrücke zwischen den Anschlussstellen Augsburg-Ost und Augsburg-West. Um 7:20 Uhr war dort ein Kran umgekippt und hat die Brücke noch zusätzlich beschädigt. Seit halb zehn ist die A8 dort inzwischen in beiden Richtungen total gesperrt. Das Verkehrschaos im gesamten Stadtgebiet ist wegen des stehenden Verkehrs auf den Umleitungsstrecken gigantisch. Wegen der Autobahnsperrung hat sich inzwischen ein 20 Kilometer langer Rückstau gebildet, gen München sind's 15 Kilometer. Zurzeit wird fieberhaft versucht, die Brücke zu retten. Von der Luitpoldstraße bis zum Goggeleswehr sind die Uferböschungen abgerutscht, die Wege entlang der Wertach sind deswegen komplett gesperrt. Immerhin konnte auf inzwischen zwei Kilometern Länge ein nahezu geschlossener Damm aus Sandsäcken gebaut werden. Trotzdem wurde an die umliegenden Gemeinden im nördlichen Landkreis bereits Voralarm gegeben, nachdem die Wertach bei der Fuchssiedlung über die Ufer getreten war.


Schlipsheim


Rund 600 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Augsburg, 800 Kräfte der Feuerwehren in Augsburg, 70 Helfer des THW und unzählige Helfer des Roten Kreuzes sind in der Stadt und im Landkreis pausenlos im Einsatz. Die erst im Dezember angeschaffte Hochleistungspumpe des THW kommt voll zum Einsatz, Freiwillige und die Retter schaufeln nonstop Sandsäcke voll. Das BRK ist überwiegend mit der Evakuierung und Betreuung der Betroffenen beschäftigt. Außerdem sind im Bereich Ottmarshausen und Gailenbacher Mühle zwei Gruppen mit Booten im Einsatz. Bislang gab's gottlob noch keine Verletzten, doch die Sachschäden sind derzeit noch gar nicht abzusehen.


Hainhofen


Autofahrer werden gebeten, nicht in die Stadt zu kommen, da es aufgrund der Umleitungen bereits jetzt zu riesigen Stauungen kommt und die Einsatzkräfte dadurch stark behindert werden.


Und es kommt noch schlimmer: Die Meteorologen können keinerlei Entwarnung geben für die nächsten Tage.