Wo Hilfe ankommt - 03. Mai 2006

Benin? Oder doch Berlin? Wenn Andrea Höltervenhoff erzählt, wo sie denn Entwicklungshilfe geleistet hat, stößt sie auf Missverständnisse. Die ehemalige französische Kolonie Benin ist in Deutschland weitgehend unbekannt. Das liegt laut Höltervenhoff vor allem daran, dass in Benin im Gegensatz zu vielen afrikanischen Ländern Frieden herrscht.

„Zwischen dem Golf von Guinea und tropischer Trockensavanne” - so lautete der Titel ihres spannenden Vortrags. Andrea Höltervenhoff berichtete von ihrem vierwöchigen Einsatz in einer Kranken- und Sozialstation in Benin. Sie ist die Qualitätsmanagementbeauftragte im Josefinum, wo sie seit 2004 beschäftigt ist. Von 1996 bis 1999 war die Diplom-Pflegewirtin Leiterin dieser Station, die 1995 gegründet wurde. Finanziert wird die Station von der Aktion pro Humanität e.V. Die Spenden kommen aus der BRD, das Hilfspersonal stammt zum Teil aus der Region.


Berichtete über ihren Entwicklungshilfeeinsatz in Benin: Andrea Höltervenhoff. © KJF/Riske

Berichtete über ihren Entwicklungshilfeeinsatz in Benin: Andrea Höltervenhoff. © KJF/Riske


Wichtigste Aufgabengebiete sind die HIV- und AIDS-Arbeit, Betreuung von Frauengruppen, das Errichten von Schulbauten sowie die Betreuung sozial benachteiligter Kinder. Als die Station im Jahre 1995 gegründet wurde, leistete sie die medizinische Grundversorgung für etwa 70.000 Menschen. Dazu gehört etwa auch die Diagnose und Behandlung von Malaria, Impfungen oder die Geburtsvorbereitung und Entbindung. Neben der Schulmedizin spielen in Benin traditionelle Heiler eine wichtige Rolle: „Wenn man etwas hat, geht man erstmal zum Heiler”, erklärt Höltervenhoff. Diese würden die Patienten dann auch an die Krankenstation weiterleiten, wenn sie nicht weiterhelfen können. Dieser Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Heilern ist daher eine wichtige Aufgabe der Krankenstation. So etwa, wenn es um Aids geht. Mit einer Infiziertenrate von circa 25 Prozent ist HIV wie in vielen afrikanischen Ländern ein gigantisches Problem. Nicht nur die Aufklärung und medizinische Betreuung der Patienten, sondern auch die Versorgung der Aids-Waisen ist eine enorme Herausforderung.


Auch wenn das Schicksal dieser Kinder grausam erscheint, wird Höltervenhoff immer wieder mit kleinen Erfolgserlebnissen belohnt. „Sich auch in Einzelfällen für Kinder einsetzen”, das will sie auch künftig mindestens einmal im Jahr für vier Wochen tun.