Bravo Aindling, vorwärts Togo - 24. Mai 2006Die Aindlinger hatten sich gestern wirklich alle Mühe gegeben, ihren prominenten Besuchern einen herzlichen Empfang zu bereiten. Es herrschte Volksfeststimmung auf dem Fußballplatz am Rande des Dorfes: Weltmusik, Rock und Reggae schallten aus den Stadionlautsprechern und sie war da: Togos Nationalelf, die antritt, die Welt zu erobern. Viele waren ja gestern Zeugen der inoffiziellen Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft im idyllischen Aindling. Was war das für ein Ereignis: 3.500 Zuschauer säumten das Feld, als die Togolesen auf eine All-Star-Auswahl aus der Region (TSV Aindling, SC Fürstenfeldbruck, FC Ismaning, FC Ingolstadt und FCA) trafen. Es gab Würschtl und Bier und ein spannendes Spiel, dass dank eines eisernen Willens und des heroischen Einsatzes der Heim-Mannschaft mit einem Endstand von 3:2 bis zuletzt packend blieb. Ganze Schulklassen aus dem Umland reisten zu dem Schlagerspiel an und die Kids hatten wirklich alle Hände voll zu tun, sich die beste Startposition für die Autogrammjagd zu sichern. Keine Mühen gescheut hatte auch ein koreanisches Späherteam (Südkorea ist bekanntlich erster Gegner von Togo auf der WM). Sie richteten drei Kameras aufs Spielfeld und tippten ihre Eindrücke in ihre Laptops. Sogar das Wetter hatte bei dem Sportfest ein Einsehen. Nach anfänglichem Tröpfeln machten die Schleusen dicht und noch in der Halbzeitpause ließ sich die Sonne sehen - perfekt.
Die Hoffnung Togos ruht auf diesen Männern. Noch eins hat der TSV perfekt verstanden: er hat das Spiel und die Freude am Wettkampf in den Mittelpunkt gestellt - fernab von Sponsoreninterviews, Hochglanz-Performance und den unvermeidlichen „Expertensenf” via TV. So nah wie hier wird wohl die ganze WM über kein Fan mehr seinen Idolen kommen. So rannten die Fans bereits in der Halbzeitpause zu den Profis und baten um Autogramme auf T-Shirts, Käppies oder Fotos. Nach dem Abpfiff aber gab es überhaupt kein Halten mehr und genau da begann das Problem: zu den Klängen von Bob Marley-Klängen tummelte sich Klein und Groß um die exotischen Fußballstars auf dem Spielfeld - ein Albtraum für die Polizei. Und weil sie die öffentliche Ordnung gefährdet sah, forderte sie den Stadionsprecher auf, die jubelnde Menge vom Platz zu jagen - vergebens, die ließ sich die Laune nämlich nicht verderben.
Die Partie blieb dank des vollen Einsatzes der Gastgeber bis zum Schluss (3:2) packend. Nach einer Mini-Pressekonferenz ging dann schließlich ein grandioses Fußballfestival seinem Ende zu. Bravo Aindling, bravo Bayern, bravo TSV, vorwärts Togo! |